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Die Mär von der Generation Z

Die Mär von der Generation Z

Der Hype um die Platte ist wieder zurück in deutschen Läden und so haben Plattenlabel fast schon ein leichtes Spiel damit, sich selber neu zu erfinden. Wie aber kommt eine Generation, die selber nie Schallplatten gekannt hat dazu, wieder auf ein Produkt zu setzen, welches teuer ist und echten Platz einnimmt?

Der Hype um die Platte ist wieder zurück in deutschen Läden und so haben Plattenlabel fast schon ein leichtes Spiel damit, sich selber neu zu erfinden. Wie aber kommt eine Generation, die selber nie Schallplatten gekannt hat dazu, wieder auf ein Produkt zu setzen, welches teuer ist und echten Platz einnimmt?

Es gibt nicht viele Themen, die die ersten Jahre im 21.Jahrhundert so gut zusammenfassen wie die Kontroverse über illegale Musik und MP3s. Hatte man in den 90er Jahren erst angefangen zu glauben, dass die CD auf Dauer die Kassette und vor allem die Schallplatte endgültig abhängen würde, so muss man sich nach 2001 mit einem neuen Gegenspieler vertraut machen: der digitalen Datenträger.

Doch der Gedanke hört hier nicht auf, denn genau wie die Musik ist auch der Markt stets auf der Suche nach dem Besonderen; nach dem, was die aktuellste Generation hören will und wo das Geld fließt. Es mag daher ein wenig überraschen, dass die Platte endlich wieder in ist. Auch unter jenen, die diese höchstens von ihren Eltern kennen. Ein Versuch der Erklärung.

 

Statussymbole verändern sich rasant

Für Menschen, die in den späten 70er Jahren geboren wurden, war es definitiv das Auto, welches als Statussymbol hat herhalten müssen. Alle paar Jahre wieder ein neues Modell, stets mit der Zeit gehen und nebenbei sonst irgendwie über die Runden kommen war die Devise. Nicht selten kam also zum 18.Geburtstag ein kleiner Nissan vorgefahren, von der Oma spendiert.

Nun, dies hat sich fast grundlegend geändert für die Generation Z. Dinge zu besitzen, also haptisch an etwas festzuhalten, wird immer irrelevanter. Vielleicht auch bedingt durch die Omnipräsenz von Musik in all seinen Formen ist es heute nicht mehr so wichtig, eine große Anlage oder viele CDs zu besitzen.

Denn das meiste findet auch dank MTV mittlerweile online statt. Es gab also eine Zeit, in der die meisten Menschen ihre Alben schneller wieder verkaufen wollten als es dem Markt gutgetan hat. Allerdings war dies auch nur von kurzer Dauer. Denn nichts ist so schnelllebig wie ein trendiger Markt und jene, die ihm folgen.

 

Vinyl als Zeichen von Authentizität

Was man also heute mit Spannung immer häufiger sehen kann, sind die vielen kleinen Plattenläden, die links und rechts öffnen. Und hier werden nicht nur Gebrauchte gehandelt, sondern auch immer häufiger Neupressungen.

Denn der Hype um die Platte ist wieder zurück in deutschen Läden und so haben Plattenlabel fast schon ein leichtes Spiel damit, sich selber neu zu erfinden. Wie aber kommt eine Generation, die selber nie Schallplatten gekannt hat dazu, wieder auf ein Produkt zu setzen, welches teuer ist und echten Platz einnimmt?

 

Mut zum Vintage-Stil

Vintage, das beschreibt Kulturgegenstände aus den Zeiten der Großeltern und Eltern. Dies scheint nun langsam wieder Mode zu werden, denn zusammen mit Schallplatten kommen auch andere Artefakte zurück in Mode, sei es gewisse Brillenstile oder auch die Art, wie man Urlaub macht. War es der Vorgängergeneration noch fast peinlich, mit den Ideen der eigenen Eltern einher zu gehen, scheint es die Generation Z genau darauf abzusehen. Scheinbar ist es immer ein 2-Generationen Sprung, der notwendig ist. Dem Plattenmarkt wird es egal sein, denn solange die Schallplatte auf dem Markt kräftig aufholt und für hohe Umsatzzahlen führt, sind sowohl Kunden als auch Vertreiber und Labels äußerst glücklich. Dass die Generation Z Teil dieses Wandels sein würde, das hätte man allerdings nur bedingt für möglich gehalten.



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